Kreativität der Einzelnen lässt einzigartige Skulpturen entstehen

| Autor: Heike Saure| signatur22

Künstler initiieren Projekt mit Bathildisheim und Christian-Rauch-Schule

BAD AROLSEN. Das Kunstprojekt signatur 22 soll eine Geschichte über die Einzigartigkeit erzählen, und das tut es von der ersten Sekunde an. Auf Initiative der beiden Künstler Christian Heilig und Thomas Henke gestalten Klient:innen des Bathildsheim e.V. und Schülerinnen der Christian-Rauch-Schule Skulpturen. Die acht Tonskulpturen, die von den Menschen mit Behinderung aus Ton geformt werden, dienen den Gymnasiastinnen dabei als Modell, um eine größere, maßstabsgetreue Skulptur aus Draht und Pappmaschee zu modellieren. Gipfeln wird das Projekt in einer Ausstellung, die ab dem 19. Mai für zwei Wochen im Christian-Daniel-Rauch-Museum zu sehen sein wird.

„Mein Kopf ist ganz leer, mir fällt nichts ein“, steht Jennifer Altenwirth erst einmal ratlos vor ihrem Klumpen Ton. „Der Kopf muss nicht alles machen, die Hände wollen auch etwas zu tun haben“, nimmt ihr Künstler Thomas Henke die Angst. Und heraus kommt eine einzigartige Skulptur.

Im gemeinsamen Tun der Klient:innen des Bathildisheims und der Schülerinnen als Kunstpaten entstehen ganz nebenbei neue Perspektiven, Gestaltungsprozesse und Begegnungen. Dabei geht es darum, die besonderen körperlichen wie geistigen Vorrausetzungen von Menschen mit Behinderung als gestalterische, innovative Potentiale zu begreifen und im Dialog sowie in der künstlerischen Interaktion mit Menschen ohne Behinderung produktiv zu machen.

So stellen manche Tonskulpturen die Kunstpaten vor eine schwierige Voraussetzung, müssen sie doch aus Draht und Pappmaschee nachmodelliert werden. Außerdem sollen auch Materialien zum Einsatz kommen, die die Werkstattbeschäftigten der Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) aus ihrer täglichen Arbeit kennen. Pappmaschee aus Papier der Aktenvernichtung, Schläuche, Drähte und Gurte aus Arbeitsbereichen, die mit Kooperationsbetrieben zusammenarbeiten.

Im zweiten Schritt werden die Kunstwerke für zwei Wochen im privaten Wohnraum ausgestellt und fotografisch dokumentiert. Anschließend erfolgt eine öffentliche Präsentation von Fotografien der Skulpturen im öffentlichen Raum. Die Fotografien sind im Residenzcafe, bei Schlossführungen, im Festsaal des Bathildisheims, im Arobella, im Herkules Baumarkt, in der katholischen Kirche, im Findling-Laden und in der Christian-Rauch-Schule zu sehen. Parallel dazu gibt es eine Ausstellung der Original-Skulpturen im Kontext der Skulpturen des Christian-Daniel-Rauch-Museums. Die Vernissage findet am 19. Mai um 19 Uhr statt.

Auf dieser Webseite wird regelmäßig über Neuigkeiten und den Fortschritt des Kunstprojektes informiert.

Weitere Artikel
2022_Bathi_Signatur22_Auftakt__19__web.jpg
2022_Bathi_Signatur22_Auftakt__116__web.jpg
2022_Bathi_Signatur22_Auftakt__136__web.jpg