Hurra: Im nächsten Jahr werden wir Schwein haben!

| Autor: Juliane Diener

Und wie wir es schon an Silvester zu uns locken...

Da ist sie wieder: die Zeit zwischen den Jahren. Eine ruhige Zeit, Zeit der Besinnung, eben „dazwischen“. Sich Zeit nehmen, das alte Jahr reflektieren und mal Dinge tun, für die sonst keine Zeit ist. Aufräumen zum Beispiel. Sich auf das neue Jahr einstellen. Aber der eine oder andere ist sicher auch ganz pragmatisch in der Planung für Silvester. Egal, ob Bleigießen, Feuerwerk oder Dinner-for-One: Die meisten in unser Umgebung kennen diese Bräuche in und auswendig. Alle haben mal Lust auf was Neues, enden dann aber oft doch beim Alt-Bekannten.
Nur wer schon mal internationalen Besuch zur Silvester-Party hatte, merkt, wie putzig es doch ist, dass alle Deutschen sich über einen mehr als 60 Jahre alte Theateraufzeichnung auf Englisch schlapp lachen, die zudem wenig mit Neujahr zu tun hat. Auch wenn sie auch sehr charmant ist.
Oder, wer schon mal Silvester im Ausland verbracht hat, merkt, wie sehr es in uns steckt, sich um Punkt 12 die Jacke überwerfen und nach draußen zu eilen. Da steht man dann oft ziemlich allein und ohne Feuerwerk.

Werfen wir doch mal einen Blick über den Tellerrand, bis über die Grenzen Deutschlands hinaus…. Was machen die anderen Nationen zu Neujahr?
In Schottland heißt Silvester Hogmanay. Beim „First Footing“ schreiten alle dunkelhaarigen Schotten bei Freunden und Nachbarn in der Silvesternacht möglichst schnell über die Türschwelle. Selbstverständlich mit dem Whiskey in der Hand. In Dänemark springt man stattdessen beim letzten Glockenschlag von einem Stuhl.
In Spanien versammeln sich die Menschen auf öffentlichen Plätzen zum kollektiven Traubenessen. Jeder hat Weintrauben dabei, zwölf Stück. Bei jedem Glockenschlag muss eine Traube gegessen werden. Ohne sich zu verschlucken. All dies soll Glück bringen – natürlich. 
Glück soll auch die Linsensuppe bringen, die im Süden der USA und Tschechien traditionell serviert wird. Wobei die Linsen für Geld stehen.
In Polen gibt es für Single-Frauen einen interessanten Brauch: Wer auf der Suche nach einem Mann ist, streut sich zum Jahreswechsel Mohn in einen Schuh. Möglichst viel: Denn die Anzahl der Mohnkörner steht für die Zahl der künftigen Verehrer.
In Russland glaubt man sich Wünsche durch Asche im Champagner erfüllen zu können. Asche von einem Brief auf den man zuvor seine Wünsche geschrieben hat.

Dann gibt es noch diese Vielzahl von mehr oder weniger internationalen Glücks-Symbolen: vierblättrige Kleeblätter, Hufeisen, Schornsteinfeger und eben das Schwein. Welches uns im nächsten Jahr besonders beglücken wird. Im chinesischen Kalender steht jedes Jahr für ein Tier; 2019 steht im Zeichen des Schweins – allerdings werden uns also noch etwas gedulden müssen. Das Neujahrsfest ist in China das größte als Clan- und Familienfest im Jahr mit vielen Bräuchen und findet immer zwischen dem 21. Januar und dem 21. Februar statt, 2019 am 5. Februar. Dann heißt es für das restliche Jahr „Schwein gehabt“, und das gilt sicher auch für uns in Waldeck-Frankenberg.

Und am 31.12.? Können wir ja mal probieren nach einer Linsensuppe, dem Whiskey in der einen, Trauben in der anderen Hand, Mohn in den Schuhen, von einem Stuhl zu springen und anschließend über eine Schwelle zu schreiten. Wäre zumindest mal was Neues… 

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