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Kultusminister begeistert von Inklusionsmodell

Die Kooperationsklassen der KPS sollen beispielgebend werden

Mit einem ereignisreichen und arbeitsintensiven Jahr im Rücken schaut der Bathildisheim e.V. gestärkt in die Zukunft. Rückenwind erhielt das Sozialunternehmen während des Neujahrsempfangs auch vom Hessischen Kultusminister Prof. Dr. Alexander Lorz, der der gelebten Inklusion der Kooperationsklassen der Karl-Preising-Schule Modellcharakter attestierte, an dem sich zukünftig staatliche Einrichtungen in Hessen orientieren mögen.
Der Vorsitzende der Mitgliederversammlung Herbert Weygandt begrüßte rund 160 Gäste aus Wirtschaft, Politik und Kirche. Er blickte zurück auf ein Jahr, das mit der Flüchtlingsunterbringung viele Herausforderungen gebracht habe, und in dem stetig an der optimalen Teilhabe von Menschen mit Behinderung gearbeitet wurde. Dass beim Empfang auch die christliche Ausrichtung des Unternehmens in den Blick gerückt wurde, dafür sorgte Bathildisheim-Vorstand Christian Geyer, der in seiner Eigenschaft als Pfarrer die Andacht hielt.
Prof. Dr. Alexander Lorz stellte die Flüchtlingsthematik an den Beginn seiner Rede. Er bezeichnete das Bathildisheim als beispielhafte Institution im Land. Darüber hinaus sei ihm selten so bewusst geworden, wie sehr unser Gemeinwesen auf das Ehrenamt angewiesen sei wie in der Flüchtlingsfrage.
Auf das Thema des Neujahrsempfang „Inklusion macht Schule“ bezogen, sprach er davon, dass alle Anstrengungen in einem „Wir“ münden sollten. Inklusion dürfe dabei nicht nur auf Schule bezogen werden. Die Entwicklung müsse sich analog auch gesamtgesellschaftlich vollziehen. Er lobte die bestehende überragende Fachlichkeit der Karl-Preising-Schule, die mit einer sehr guten Vernetzung gekoppelt sei. „Sie sind uns einen Schritt voraus. Ihr Rezept ist sehr gut, um inklusive Vielfalt in den Schulen voranzubringen“, so Lorz.
Inzwischen werden bereits 70 der 480 Karl-Preising-Schüler in Regelschulen unterrichtet. Christian Geyer ist trotzdem nicht um die Förderschulen bang, solange sie sich weiter verändern und entwickeln. Damit der Lehrer dabei vom Wissensvermittler zum Lernbegleiter werden könne, seien Mut zum Aufbruch, Kreativität in der Umsetzung und Zeit für den Prozess erforderlich. Wie das in der Praxis funktionieren kann, zeigte ein Film über die Schulgemeinschaft Rosenthal. Hier kooperieren die Karl-Preising-Förderschule und die Nicolaus-Hilgermann-Grundschule seit 2003.
Für die musikalische Umrahmung des Abend sorgte das Akkordeonorchester „Diemelspatzen“ unter der Leitung von Hans-Cornelius Petersen, das von Tenor Thomas Schwill begleitet wurde.