Nach der Eröffnung des PIKSL Labors Kassel

| Autor: Kai Bißbort und Maurice Malten

Ein Blog über die ersten Wochen

Youtube, Social Media, E-Mails – aus dem Leben der meisten Menschen ist die Digitalisierung nicht mehr wegzudenken. Fast alle Menschen in Deutschland sind irgendwie online vernetzt – über PC, Tablet, Smartphone oder Laptop. Auf der anderen Seite gibt es aber Menschen, die mit dem digitalen Wandel nicht so schnell mitkommen, analoge Wege bevorzugen und lieber die Kreissparkasse vor Ort persönlich aufsuchen, um das Sparbuch zu füllen. Wenn es dann heißt, melden sie bitte ihr Online-Banking Konto an, verstehen manche nur Bahnhof.
Damit Menschen mit digitalen Bildungsbedarf und insbesondere Menschen mit sogenannter geistiger Behinderung (wir bevorzugen von Menschen mit alternativen Lernstrategien zu sprechen) nicht den Anschluss verlieren und am Internet partizipieren können, wurde das Konzept „PIKSL“ ins Leben gerufen. Die Abkürzung steht für „Personenzentrierte Interaktion und Kommunikation für mehr Selbstbestimmung im Leben“. In unseren innovativen und inklusiven „PIKSL Laboren“ arbeiten wir gemeinsam daran, digitale Barrieren abzubauen.
Im Moment sind wir, die Laborverantwortlichen Maurice Malten (Sozialarbeiter) und Kai Bißbort (Digital Coach), damit beschäftigt die Angebote im Stadtteil zu definieren. Das erste kostenlose Angebot sind die offenen Zeiten. Hier halten wir im Stadtteil zu 20 Stunden in der Woche unsere Räume auf für alle Besucher und alle Anfragen. Wir helfen bei Anfragen aller Art weiter und bieten euch kostenlose Wege ins Internet an. Bei einem Kaffee und zwei gemütlichen Sofas wollen wir eine Wohlfühlatmosphäre herstellen, in der in lockerer Stimmung ausprobiert, getüftelt und gelernt werden darf. Da wir weder zur Schule noch zur Familie gehören haben insbesondere Menschen mit Behinderung bei uns die Möglichkeit ganz im Mittelpunkt zu stehen und unser Angebot als Freizeitangebot wahrzunehmen.
Für die Zukunft suchen wir PIKSL Expert*innen. Das sind Menschen, die persönliche Barrieren im Internet erfahren haben und entweder selbst oder mit Unterstützung von uns gelernt haben, mit diesen Barrieren selbstbestimmt und kompetent umzugehen. Diese Menschen begleiten wir dann bei unseren weiteren Bildungsangeboten. Wir haben vor in Kassel weitere inklusive Bildungsangebote zu erstellen und entweder mit Schulen, sozialen Einrichtungen oder Organisationen aus der Wirtschaft zusammenzuarbeiten. Wir wollen einen gesellschaftlichen Wandel erreichen, der offener für Menschen mit Behinderung wird und unseren Expert*innen eine Chance auf dem ersten Arbeitsmarkt bietet.
Wir freuen uns über alle Menschen, gleich in welcher Lebenssituation sie sich befinden, ob mit oder ohne Behinderungen und gern dürfen auch Menschen, die computeraffin sind, zu den Offenen  Zeiten (OZ) vorbei kommen. Demnächst werden wir innerhalb der OZ  zu bestimmten  Zeiten noch Schwerpunktthemen platzieren, wie z.B. „Gaming“ oder „Sicher im Internet“ und andere, je nach  dem, was mehr gewünscht wird.
Unsere Offene Zeiten sind: Di bis Do 15 - 19 Uhr, Fr: 14 - 18 Uhr und Sa: 11 - 15 Uhr.
Außerdem freuen wir uns über jeden like auf Google oder facebook.

Weitere Artikel
Piksl_ersteWochen.jpg