Alle Jahre wieder: Das erste Türchen öffnet sich

| Autor: Heidi Klanke

Gedanken zum Thema Adventskalender

Die Adventzeit beginnt, das Warten auf Weihnachten. Schon eine aufregende Zeit, vielleicht auch etwas hektisch, Geschenke müssen gekauft werden, um Kindern, Familie, Freunden, Kollegen eine Freude zu bereiten.

Die Auswahl an Kalendern ist in der heutigen Zeit groß: Da gibt es den Schokoladen-Adventskalender, Lego, Playmobil, Hot Wheels, Parfüm, Weihnachtsschmuck, Tee, Bier, Pixi-Bücher, für Bonbon-Fans den Nimm 2-Adventskalender, sicher noch einiges mehr, was das Warten auf Weihnachten verkürzt.

Fern ab von kommerziellen Themen gibt es aber auch noch den „Andere Zeiten-Adventskalender“. Jeden Tag gibt es einen besinnlichen Text. Oder ein Adventskalender mit Bildern, bei dem sich jeder eine kleine Geschichte ausdenken kann.

Egal, welcher Kalender den Advent verkürzt - Advent bedeutet Warten, Warten auf die Geburt eines Kindes. Jesus, ein kleines Kind wird im Stall zu Bethlehem geboren, in Stroh, umgeben von Ochs und Esel. 

Wir können dieses Warten in unseren Bereichen gestalten: 24 Tage kann auch 24 schöne Aktionen bedeuten, nicht Großes: vielleicht ein gemeinsames Frühstück oder Mittagessen in den Wohngruppen, abends eine Kerze anzünden, eine kurze Plauderei mit Kollegen, der Besuch eines Weihnachtsmarktes oder eine Weihnachtsfeier. Die Zeit ist das Kostbarste, gerade in der etwas hektischen Zeit vor Weihnachten.

Die Adventskalender-Geschichte beginnt 1838. Johann Heinrich Wichern, Leiter des evangelischen Knabenrettungshauses „Rauhes Haus“ bei Hamburg, hatte wahrscheinlich genug von der Frage, wann endlich Weihnachten sei. So entwickelte er eine Idee zur Darstellung der verbleibenden Tage. Er nahm sich ein altes Wagenrad und einen Holzkranz und steckte 20 kleine rote und vier große weiße Kerzen darauf. Bei den täglichen Andachten, zu denen alle gemeinsam Adventslieder sangen, durften die Kinder eine rote Kerze anzünden, an den Adventssonntagen zusätzlich eine weiße.

Während die katholische Kirche tägliche Adventsandachten in der Kirche veranstaltete, stand bei Protestanten eher die Zusammenkunft der Familie im Mittelpunkt. Dabei lasen sie miteinander Bibelstellen, beteten und sangen Lieder. Doch da Zeit eine abstrakte Größte ist, ließen sich auch evangelische Eltern ab circa 1840 etwas einfallen, um ihren Kindern die Zeit bis Heiligabend greifbar zu machen und die Vorfreude auf das Fest der Geburt von Jesus Christus zu steigern.

Auch die Kinder und Jugendlichen vom Kinder- und Jugendwohnen freuen sich über die Adventzeit. In den Gruppen des Kinder- und Jugendwohnens gibt es verschiedene Adventaktionen, z.B. der Advents-Elch in der Gruppe Sikura, “ ausgestattet mit Päckchen oder Säckchen. In den Päckchen ist jeweils eine kleine Süßigkeit und ein Zettel. Auf dem Zettel steht dann eine persönliche Nachricht an ein bestimmtes Kind, wie z.B. „Liebe …., Du darfst heute mit …(Name eines Erziehers) auf den Weihnachtsmarkt nach KS.“ Wer das Päckchen öffnen darf, wird vor dem Frühstück ermittelt, indem alle zeitgleich ihre umgedrehten Tassen hochheben. Wer eine goldene Nuss unter seiner Tasse findet, ist der Glückliche an diesem Tag. Schwimmen gehen, Weihnachtsmarkt, zusammen essen gehen, Verwöhnnachmittag mit Massagen, je nach Interesse.
Öffnen wir also jedes Türchen mit Bedacht und Genuss.

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