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Schon seit vielen Jahrzehnten bieten die Einrichtungen des Bathildisheims e.V. in Bad Arolsen heilpädagogische Begleitung und Förderung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit Autismus-Spektrum-Störungen an.

Unsere Arbeitsblätter und Informationen umfassen einige erfolgreich eingesetzten Materialien aus der Praxis, die für Familien und Therapeuten als Anregungen gedacht sind. Den konzeptionellen Hintergrund der Arbeit bildet der TEACCH-Ansatz (Download Informationen zu TEACCH).

Zusammengestellt wurden diese Materialien von Dr. Ursula Braun.

 

Zu folgenden Themen bietet die Ideensammlung Erläuterungen und Fotobeispiele:

Arbeitsplätze für Menschen mit Autismus müssen so gestaltet werden, dass sie eine klare Orientierung im Hinblick auf die Arbeitsaufgabe, den Arbeitsumfang und die Arbeitsdauer bieten. In der Regel wird die Routine „von links nach rechts vorgehen“ oder „von oben nach unten vorgehen“ im Vorfeld etabliert.

Demnach kann die Arbeitsorganisation so aussehen, dass sich auf der linken Seite des Arbeitsplatzes alle Aufgaben befinden, die im Laufe der Arbeitseinheit zu erledigen sind (Aufgabenbereich). Rechts vom Arbeitsplatz befindet sich der Bereich, auf den die bereits erledigten Arbeiten abgestellt werden (Fertig-Bereich). So kann von links nach rechts abgearbeitet werden.

Unterstützend kann eine Arbeitsübersicht mit laminierten Wörtern, Fotos oder Symbolen mit Klett auf einer Fleece-Unterlage direkt in Augenhöhe an der Wand befestigt werden, sodass der Aufgabenumfang ständig sichtbar ist.

Die Reihenfolge entspricht der Routine „von oben nach unten“. Nach Erledigung jeder Aufgabe wird ein laminiertes Wort, Foto oder Symbol abgeklettet und in eine Fertig-Box gelegt, sodass der Arbeitsfortschritt direkt im Blick ist.

Es empfiehlt sich häufig, den Arbeitsplatz so einzurichten, dass möglichst wenig Ablenkung erfolgt. Dazu können Trennwände, Regale, Vorhänge genutzt werden, aber auch die Platzierung der Arbeitsstelle in der Ecke eines Raumes oder direkt vor eine Seitenwand ist hilfreich.

In Klassenräumen arbeiten wir in der Regel mit dem „Büro-Konzept“, d. h. wir richten für Schüler mit ASS durch Trennwände ein eigenes „Büro“ ein, in dem dann die Einzelarbeit stattfindet.

In der Werkstatt wird eine klare Struktur des Arbeitsplatzes strikt eingehalten.

Am Arbeitsplatz visualisiert ein Plan die Arbeitsschritte, Ablenkungen werden vermieden.

Weitere Anregungen und Beispiele finden Sie in unserer Sammlung "strukturierte Arbeitsplätze".

Download Sammlung "strukturierte Arbeitsplätze"

Zeitpläne geben Menschen mit Autismus-Spektrum-Störungen Orientierungshilfen zu bevorstehenden Aktivitäten und Abläufen. Dabei verdeutlichen sie einem Menschen bildlich, was auf ihn zukommt oder was er zu erwarten hat.

Zeitpläne können entweder die Aktivitäten der nächsten Handlungseinheit (z. B. Ankunft aus Schule und Mittagessen) kleinschrittig aufzeigen. Sie können aber auch helfen, größere Einheiten wie Wochen, Monate oder Jahre, visuell zu verdeutlichen und zu strukturieren.

Pläne können bspw. individuell oder für Klassen erstellt werden.

Es können mit Hilfe von Zeitplänen Tage oder Wochen strukturiert visualisiert werden.

Weitere Anregungen und Beispiele finden Sie in unserer Sammlung "Zeitpläne".

Download Sammlung "Zeitpläne"

Schuhkartonaufgaben eignen sich besonders für jüngere Kinder oder Menschen, die noch keine Arbeitshaltung entwickelt haben. Sie haben das Ziel, eine Arbeitshaltung auf- und auszubauen und selbständiges Handeln zu ermöglichen.
 
Sie sind zunächst bewusst ganz einfach gestaltet, damit auch ein Mensch mit ASS, der eine schwere Dyspraxie hat, die Arbeitsaufgabe bewältigen kann und Erfolgserlebnisse hat. Schuhkartonaufgaben dienen der Vorbereitung komplexerer Aufgabenstellungen.
 
Schuhkartonaufgaben sind in der Regel sehr motivierend, denn sie bieten:
 
• Klar strukturierte Arbeitsaufgaben
• Eindeutige Informationen zu Auftrag, Umfang und Ende der Arbeit
• Systematische Steigerung motorischer Anforderungen
• Interne Verstärker (z. B. Klett, Glitzer)
• Selbstständige Handlungsmöglichkeiten
 
Bei uns werden folgende Schuhkartonaufgaben eingesetzt:

Bei Einwurfaufgaben müssen alle Objekte, die auf einem Schuhkarton angebracht sind, in eine Öffnung geworfen werden. Die Aufgabe ist bewältigt, wenn keine Gegenstände mehr zu sehen sind. Die Gegenstände werden häufig geklettet oder mit Magnetstreifen befestigt.

Das Konzept bei Einwurfaufgaben ist immer gleich, der Anspruch steigt mit der Kleinteiligkeit oder Beweglichkeit der Objekte.

Neben der Förderung der motorischen Fähigkeiten bieten Einwurfaufgaben Herausforderungen bei der Impulskontrolle.

Weitere Anregungen und Beispiele finden Sie in unserer Sammlung "Einwurfaufgaben".

Download Sammlung "Einwurfaufgaben"

Bei den Sortieraufgaben müssen zwei oder mehrere Objekte unterschieden und in unterschiedliche Öffnungen eingeworfen werden.

Die Gegenstände können recht einfach und vorsortiert vorliegen.

Anspruchsvollere Aufgaben arbeiten mit komplexeren Formen der Gegenstände, bieten diese unsortiert an oder erfordern zusätzlich noch die Sortierung nach Farbe.

Weitere Anregungen und Beispiele finden Sie in unserer Sammlung "Sortieraufgaben".

Download Sammlung "Sortieraufgaben"

Es werden Objekte auf einen vorgegebenen Platz aufgesteckt bzw. aufgefädelt. Die Gegenstände bleiben sichtbar. Die Arbeit ist beendet, wenn alle Objekte sich auf dem neuen Platz befinden.

Diese Aufgaben lassen sich sehr leicht an unterschiedliche motorische Fähigkeiten anpassen.

Sehr unterschiedliche Aufgabenstellungan, Materialien, Formen und Farben bieten reichlich Abwechslung.

Weitere Anregungen und Beispiele finden Sie in unserer Sammlung "Steck- und Fädelaufgaben".

Download Sammlung "Steck- und Fädelaufgaben"

Bei dieser Form der Schuhkartonaufgaben wird jeweils ein Gegenstand einem Platz auf dem Karton zugeordnet. Die Objekte bleiben dabei sichtbar. Die Arbeit ist erst beendet, wenn alle Objekte sich auf ihrem neuen Platz befinden. Diese Aufgabenstellung bereitet die Betroffenen auf zahlreiche Werkstattarbeiten vor.

Mit Magneten oder Klettsystemen oder durch Stecken in vorhandene Löcher, können Objekte platziert werden.

Sind die Dinge nicht direkt greifbar, steigt der Schwierigkeitsgrad der Aufgabe.

Weitere Anregungen und Beispiele finden Sie in unserer Sammlung "Zuordnungsaufgaben".

Download Sammlung "Zuordnungsaufgaben"

Mappenaufgaben umfassen teilweise komplexere Aufgabenstellungen als Schuhkartonaufgaben. Hier geht es um Sortieren, Zuordnungen (Farbe/Form), Kategorisierungen und Lösung einfacher Aufgabenstellungen aus dem Bereich der Kulturtechniken.

Mit wenigen Mitteln lassen sich unterschiedliche Aufgaben vorbereiten.

Ganz einfach können dabei unterschiedlich komplexe Anforderungen gestellt werden.

Weitere Anregungen und Beispiele finden Sie in unserer Sammlung "Mappenaufgaben".

Download Sammlung "Mappenaufgaben"

Ein Karton oder eine Teppichfliese bilden die Unterlage bei den Tablettaufgaben. Die strukturierten Arbeitsaufgaben werden dabei in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden gestellt.

Die einfachsten Aufgaben sind Farb- oder Formzuordnungen.

Komplexere Aufgaben beziehen Fremdsprachen und Mathematik mit ein.

Weitere Anregungen und Beispiele finden Sie in unserer Sammlung "Tablettaufgaben".

Download Sammlung "Tablettaufgaben"

Für einige Menschen mit Autismus-Spektrum-Störungen ist es notwendig, dass Alltagshandlungen in kleine Handlungsschritte zerlegt werden und die einzelnen Schritte visuell verdeutlicht werden. Die Visualisierung kann mit konkreten Gegenständen, mit Bildern oder mit geschriebenen Worten erfolgen.

Bekleidung in bebilderte Boxen sortiert, die in der richtigen Reihenfolge positioniert werden, erleichtert die Handlung "Anziehen" sehr.

Es können auch Handlungspläne für eine ganze Woche vorbereitet werden.

Weitere Anregungen und Beispiele finden Sie in unserer Sammlung "Handlungspläne".

Download Sammlung "Handlungspläne"

In institutionellen Zusammenhängen müssen Menschen mit Autismus-Spektrum-Störungen sich immer wieder auf veränderte Zusammensetzungen von Gruppen und Personal einstellen. Auch hier können visuelle Pläne erheblich dazu beitragen, die Orientierung zu erleichtern. Dabei muss auch visualisiert werden, welche Person welche Aufgabe zu erfüllen hat und was jeder einzelne selbst erledigen sollte.

Dienst- oder Arbeitspläne verdeutlichen, welche Person welche Aufgaben übernimmt.

Die Pläne können auch so erstellt werden, dass vergangene Diensteinteilungen oder erfüllte Aufgaben bspw. von einer Magnettafel entfernt werden.

Weitere Anregungen und Beispiele finden Sie in unserer Sammlung "Personenpläne".

Download Sammlung "Personenpläne"

Mit Wartehilfen können Wartezeiten durch interessantes Material überbrückt werden, das subjektiv eine sinnvolle Beschäftigung bietet.

Eine Tasche gepackt mit den Lieblingsheften oder -katalogen hilft, Wartezeiten zu überbrücken.

Für Schnurliebhaber eignen sich kleine Dosen bestückt mit bunten Fäden und Schnüren, die gewickelt und sortiert werden können.

Weitere Anregungen und Beispiele finden Sie in unserer Sammlung "Wartehilfen".

Download Sammlung "Wartehilfen"

Wegeaufgaben erfordern die Erledigung von kleineren Aufträgen und das eigenständige Zurücklegen von Wegen. Sie eignen sich hervorragend zur Übung von zunehmender Selbstständigkeit. Visuelle Hilfen bieten bei Wegeaufgaben häufig eine entscheidende Unterstützung und ermöglichen so ein Stück Eigenständigkeit.

Wäschedienst: Hier geht es um das eigenständige Besorgen der richtigen Anzahl des richtigen Handtuches.

Auch Einkaufen kann durch die Unterstützung von Wegeaufgaben geübt werden.

Weitere Anregungen und Beispiele finden Sie in unserer Sammlung "Wegeaufgaben".

Download Sammlung "Wegeaufgaben"

Die Orientierung im Raum wird durch räumliche Strukturierung (vgl. strukturierte Arbeitsplätze) erleichtert. Dazu können eindeutige Anordnungen von Möbeln ebenso beitragen wie Farbkodierungen, Bebilderungen, Beschriftungen oder Fotopläne.

Eindeutige Bilder unterstützen beim Sortieren der Wäsche.

Bilder und Fotos auf Schubladen visualisieren den Inhalt der Schublade oder, wem der Inhalt gehört.

Weitere Anregungen und Beispiele finden Sie in unserer Sammlung "räumliche Orientierungshilfen".

Download Sammlung "räumliche Orientierungshilfen"

Auch im Bereich der sozialen Kompetenzen lassen sich visuelle Unterstützungssysteme einsetzen. Klassenregeln können bildhaft dargestellt werden, Alternativpläne die Konsequenzen des eigenen Verhaltens aufzeigen und soziale Skripts (social stories) Verhaltensnotwendigkeiten erläutern.

Regeln einzuhalten erleichtert das gemeinsame Lernen. Wer gegen die Regeln verstößt, muss mit Konsequenzen rechnen. Pläne helfen dabei, Verhaltensanweisungen zu visualisieren.

Gefühlekarten können helfen, Gefühle zu erkennen und zu verstehen oder auszudrücken.

Weitere Anregungen und Beispiele finden Sie in unserer Sammlung "soziale Kompetenz".

Download Sammlung "soziale Kompetenz"