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Der Mensch muss unentbehrlich bleiben

Prof. Dr. Wolfgang Huber spricht als Festredner beim Neujahrsempfang des Bathildisheim e.V.

Bildunterschrift: (von links) Die beiden Vorstände Jens Wehmeyer und Dr. Christian Geyer, Prof. Dr. Wolfgang Huber, Aufsichtsratsvorsitzender Helmut Hausmann und der Vorsitzende der Mitgliederversammlung Dr. Jürgen Leiter.

Die "Urban Swing Workers" verströmten mit ihrer Musik gute Laune.

BAD AROLSEN. Die Fragen nach der Bedeutung und den Auswirkungen der Digitalisierung innerhalb der Diakonie und der Stand Diakonischer Unternehmen im 21. Jahrhundert standen im Mittelpunkt des Neujahrsempfangs, zu dem der Bathildisheim e.V. rund 140 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Kirche geladen hatte.

Mit dem Bischof i.R. Prof. Dr. Wolfgang Huber, dem ehemaligen Ratspräsidenten der Evangelischen Kirche von Deutschland, beleuchtete ein kompetenter Ansprechpartner das Thema und skizzierte den Wandel von Zeiten Martin Luthers bis hin zur Diakonie 4.0. Beim Stichpunkt Ökonomisierung der Diakonie rief Prof. Dr. Huber zum ökonomisch verantwortbaren Handeln auf, bei dem die menschliche Komponente aufrechterhalten bleiben solle. „Mitarbeiter dürfen niemals nur als Kostenfaktor und Klienten niemals nur als Umsatzfaktor gesehen werden“, so Huber.

„Der Bathildisheim e.V. – ein diakonisches Sozialunternehmen? Vorstand Dr. Christian Geyer stellte sich in seiner Begrüßung die Frage, ob das Bathildisheim ein Unternehmen sei oder ob mit dieser Begrifflichkeit der Ökonomie eine zu große und der Pädagogik eine zu geringe Bedeutung beigemessen werde. Das Diakonische sei für ihn dabei kein Extra oder Mehrwert, sondern eher eine christliche Perspektive. Im Anschluss an den Vortrag lud der Fachliche Vorstand zu einem Diskurs beim Neujahrsempfang ein, der die Impulse des Vortrages aufnahm.

Für viel Gesprächsstoff wird weiterhin die fortschreitende Digitalisierung in der Diakonie sorgen. Prof. Dr. Huber verband mit ihr Hoffnungen und eine Erleichterung der Arbeit, warnte aber gleichzeitig vor dem Missbrauch, der vor der Tür lauere. „Es darf nicht im System totaler Überwachung münden“, so Huber, der den Mensch im Zuge eines verantwortlichen Gestaltens von Digitalisierung weiterhin im Fokus sieht. Gerade in der Diakonie mit ihren vielfältigen Aufgaben komme dem Menschen eine große Verantwortung zu.

Der neue Vorsitzende der Mitgliederversammlung Dr. Jürgen Leiter lobte, dass sich die Mitarbeiter neuen Herausforderungen stellten und immer wieder versuchten, mit neuen Gegebenheiten Schritt zu halten.