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Für alle, die überlegen, wie es nach der Schule weitergehen soll

Julia Will, Auszubildende (Fachpraktiker Zerspanungsmechanik, 1. Ausbildungsjahr) im BBW, beschreibt wie es ihr bisher ergangen ist.

Puh, die ersten Monate sind geschafft….

Rückblickend kann ich sagen: Besonders aufregend war der erste Tag und die erste Woche. Am meisten habe ich mir damals Gedanken gemacht, in welchen Bereich ich eingeteilt werde: Fachpraktiker für Zerspanungsmechanik oder Fachpraktiker für Industriemechanik. Beide Bereiche kannte ich von der BVB-Maßnahme, aber die Zerspanung hat mir am meisten Spaß gemacht. (Für die, die nicht wissen, was BVB ist: Berufsvorbereitende Maßnahmen). Und am Ende der ersten Woche konnte ich mich freuen: Ich würde Fachpraktikerin für Zerspanungsmechanik werden! Super!

Nach dem Organisatorischen in der ersten Woche ging es in der zweiten richtig los: Sechs verschiedene Maschinen standen bereit, um von mir und meinen Kollegen erkundet zu werden. An jeder Maschine bekam ich eine Einführung vom Ausbilder und musste erste Übungsteile fertigen. Da ich bereits Vorerfahrungen hatte, durfte ich auch „Meister“ spielen und meinen Kollegen bei Problemen an den Maschinen Hilfestellung geben. 

Als einzige Frau in der Gruppe fand ich das Miteinander anfangs sehr chaotisch. Mittlerweile haben wir uns aber gut zusammengerauft. „Meine Männer“ haben mich sogar zur Klassensprecherin gewählt. In einer Gruppe treffen wir zusätzlich 14-tägig, gemeinsam mit der Gruppe der Fachpraktiker für Industriemechanik. Die Themen sind: Wie läuft es in der Ausbildung, was für Schwierigkeiten gibt es und wer oder was kann mir helfen erfolgreich zu sein?

Nachdem anfangs alles tippi toppi war, hatte ich im dritten Monat ein Tief. Warum bin ich hier? Warum mach ich das eigentlich? Irgendwie war die Stimmung in der Ausbildungsgruppe komisch, jeder sah nur auf sich und machte sein eigenes Ding. Aber so ging´s ja nicht weiter. Ich hab also das Gespräch gesucht. Erst einzeln und dann nochmal in der Gruppe zusammen mit dem Meister. 

Und dann gab es zu der Zeit auch noch in der Schule Schwierigkeiten. Der Stoff war schwierig, und ich kam nicht mit. Ich habe den Lehrern Bescheid gegeben. Und weil ich nicht die einzige war, der das so ging haben die Lehrer nochmal neu erklärt. Dann ist der Knoten bei allen geplatzt. 

Ich bin froh, dass ich das gemacht habe, auch wenn  Probleme anzusprechen erstmal Überwindung kostet. Aber es hat sich gelohnt. Jetzt geht´s wieder: Wir schauen mehr aufeinander und helfen dem anderen, wenn er Probleme hat.

Was mir besonders gut gefällt? Es macht mir viel Spaß an der Drehmaschine zu arbeiten und etwas zu fertigen. Beim Drehen arbeitet man in zwei Dimensionen, man muss nicht so viel umrechnen und hat ein schnelleres Ergebnis produziert, z.B. Wellen oder Bolzen.

Nach vier Monaten dann kam die Entscheidung: Probezeit bestanden – ja oder nein?....

Ja, ich hab sie bestanden! Die Rückmeldung von meinem Ausbilder und von der Schule war super gut. Das hatte ich so nicht erwartet. Es bestätigt mich darin, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Ich bin gespannt, was der Rest der Ausbildung bringt.