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Franziska Döring, das Netzwerk und der Hessentag

Wie die Zusammenarbeit verschiedener Träger aussehen kann

Foto: Rolf K. Wegst

Franziska Döring lebt mit ihrem Partner zusammen in einer Wohnung in Bad Arolsen. Seit Januar sind sie Eltern des kleinen Pauls. Angestellt ist sie in einer Gärtnerei, im Moment in Elternzeit. 

Was sich zunächst nicht nach einer außergewöhnlichen Lebenssituation anhört, schien für sie bis vor wenigen Jahren als ein unerreichbarer Lebenstraum. Sie hatte eine traumatische Kindheit, lebte lange allein in ihrem Elternhaus. Sie hatte zwar den Hauptschulabschluss auf der Karl-Preising-Schule und die Ausbildung als Zierpflanzenbaugärtnerin geschafft, doch auf dem normalen Arbeitsmarkt kam sie nicht klar. Zu viel Druck. Die Spirale der Depression zog sie immer wieder aus dem Alltag. 

Dann kam sie durch ihre Schwester an uns. Mit Hilfe ihrer Betreuerin schaffte sie einen großen Schritt: Sie zog vor drei Jahren in ihre erste eigene Wohnung in Bad Arolsen und ist seitdem Klientin des Ambulant Betreuten Wohnens. 

Franziska Döring ist aber auch Klientin der Treffpunkte, durch ihren gesetzlichen Betreuer, und Klientin der Lebenshilfe, in deren Bio-Garten Flechtdorf sie arbeitet. 

Dieses konkrete Beispiel zeigt, was in vielfacher Weise in Waldeck-Frankenberg passiert: die engmaschige und unbürokratische Vernetzung der Sozialeinrichtungen. Jedes Unternehmen hat Schwerpunkte, Stärken und verschiedene Angebote. Ein Klient kann für sich dabei individuell wählen, was am besten passt, ihn am besten unterstützt. Manchmal ändert sich der Bedarf, manchmal gibt es neue Impulse. Da wird sich auf kurzem Weg abgesprochen, nach Bedarf gemeinsame Gespräche mit den Klienten geführt. Im Einzelfall schauen wir alle immer was am besten passt. 

Auf dem Hessentag in Korbach präsentieren wir uns alle zusammen am Stand des Landeswohlfahrtverbandes in der Landesausstellung: das Lebenshilfe-Werk, die Treffpunkte Waldeck-Frankenberg, Vitos Klinikum Haina und der Bathildisheim e.V.. So vielfältig wie unser Angebot, so vielfältig unser Programm vor Ort: 3-Drucken, Verkosten, Nähen, Sägen. Von uns im Bathildisheim werden die Auszubildenden des Berufsbildungswerkes Nordhessen am 27. und 28. Mai gute Laune und vieles mehr verbreiten.

Und wir freuen uns besonders auf einen Besuch von Frau Döring mit Familie. Sie ist mutig und geht offen mit ihrer Situation um: So führte sie ein Interview für die Titelgeschichte des Magazins des Landeswohlfahrtsverbandes und steht auf der Wand des Standes mit ihren Fotos stellvertretend für die vielen Klienten der Region. 

Link zum Magazin LWVkonkret
(mit Porträts der Klienten Franziska Döring, Marcel Bogner und Andreas König)