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Eine schrecklich nette WG #1

Das Leben in unserer Wohngemeinschaft in Wolfhagen

Es ist 16:30 Uhr, Dienstagnachmittag. Hoch-Zeit in unserer Wolfhagener WG. Wir das sind: Ann-Kathrin, Tim, Kevin, Heike und Ute. Einer nach dem anderen kommen wir, die WG-Mitglieder, nach getaner Arbeit nach Hause. Zwei haben sich zufällig auf der Straße getroffen, eine war den ganzen Tag in der Wohnung und freut sich nun über Gesellschaft, einer arbeitet in Kassel und kommt erst später. Aber jetzt beginnt die gemeinsame Zeit. Rucksäcke werden in der Wohn-Essküche ausgepackt, Erlebnisse des Tages geteilt und erste Pläne für den Abend geschmiedet….Nicht lange und zwei von uns haben sich zusammen auf den Weg zur Bank und zum Supermarkt in der Nähe gemacht, andere trinken im Wohnzimmer gemütlich Kaffee, während von einem anderen schon die Zutaten zum Kuchenbacken rausgeholt werden. Alles spontan geplant. So ist es meistens. Kochen tun wir auch mal zusammen, aber auch getrennt. Seit wir im Sommer zusammengezogen sind, haben wir Vieles entschieden. Zum Beispiel, dass wir getrennte Fächer im Kühlschrank wollen. Und wir haben einen Putzplan festgelegt. Ein Haushalt macht viel Arbeit und die teilen wir uns. Dafür haben wir einmal in der Woche eine WG-Besprechung. 

WGs gibt es ja schon lange und eigentlich kennt man sie von Studenten. Aber in den letzten Jahren gibt es immer mehr Nicht-Studenten, die sich auch in WGs zusammenfinden: Alleinerziehende, Senioren, Berufstätige, Menschen aus verschiedenen Generationen.

Wir sind übrigens auch keine Studenten, sondern Menschen mit Behinderungen. Aber wir sind vor allem nicht nur das. Wir sind auch berufstätig und Menschen mit einem Wunsch auf Selbstbestimmung und Lust am Leben. 

Was ist das Beste am Leben in einer WG? Unabhängig sein, spontan einkaufen gehen und kochen zu können, selbst Verantwortung zu übernehmen, Ausflüge selbst organisieren zu können. Zum Beispiel waren zwei von uns am Wochenende in Kassel bei einem Fußballspiel. Kein Problem von hier mit der Bahn dorthin zu kommen. Vor allem sind wir aber gerne Teil einer eigenständigen Gemeinschaft. Trotzdem bekommen wir immer tolle Unterstützung von den pädagogischen Mitarbeitern, wenn wir Hilfe brauchen. Dadurch können wir unseren Alltag fast eigenständig bewältigen und lernen sogar oft etwas dazu, z.B. Wie mache ich die Wäsche; Wie teile ich mir mein Taschengeld sinnvoll ein, wie können wir gut zusammen als WG leben. Und für die Freizeit und Hobbies können wir uns Teilhabekräfte zusätzlich buchen.

Auch dieser Abend wird noch lustig. Das Kuchenbacken inklusive Eier aufschlagen ist ein Ereignis an dem alle Spaß haben. Und schürt die Vorfreude auf den Geburtstag am nächsten Tag. Auch den feiern wir natürlich gemeinsam.